Neues Vereinsboot erreicht Heimathafen

Am vergangenen Wochenende überführte die AG „Neues Vereinsboot“, unterstützt von Christiane Meyer, unsere J92s von Travemünde nach Greifswald. Bei unserer Ankunft in Travemünde am Freitagmorgen hatte die Werft das Boot bereits zu Wasser gelassen und den Mast gestellt. Wir machten uns also sogleich daran, das laufende Gut, Baum und Segel anzuschlagen, unsere mitgebrachte Ausrüstung zu verstauen und das Boot einmal gründlich durchzuchecken. Kurz vor 14 Uhr hieß es dann: „Leinen los!“, um unsere erste Tagesetappe Richtung Kühlungsborn anzutreten. 

Die ganze Woche über hatten wir kritisch den Wetterbericht beäugt und hätten bei angesagten +20 kn aus Ost beinahe die Überführung verschoben, doch Rasmus zeigte sich gnädig: statt zu viel Wind aus der falschen Richtung gab es Flaute von achtern. Also musste der Motor beweisen, was er kann und gemütlich tuckerten wir nach Kühlungsborn, wo wir gegen 21 Uhr anlegten. Am nächsten Morgen klingelte der Wecker bereits um 6 Uhr, denn wir wollten früh ablegen, um den langen Schlag nach Stralsund zu segeln. Zwar bremste uns der Bäcker, der uns um 6.30 Uhr noch keine Brötchen herausgeben wollte, ein wenig aus, aber um kurz vor 7 waren wir wieder auf dem Weg. Leider hieß es auch an diesem Morgen erst einmal motoren, bis wir kurz hinter Rostock in einer leichten Brise zum ersten Mal die Segel setzen konnten. Bei zunehmendem Wind kreuzten wir Richtung Darß und als wir um die Ecke kamen, drehte der Wind genau passend, so dass wir beinahe Hiddensee anliegen konnten. Auch beim Kreuzen zeigte unser neues Boot seine Qualitäten und ließ sich bei 5-6 kn Fahrt trotz der holprigen Ostseewelle sehr einfach steuern. Einzig die fehlende Kalibrierung des Kompasses und der Windinstrumente verwirrte uns teilweise bei der Navigation. Sonnenschein, Liedersingen auf der Kante und fabelhafte Verpflegung machten die Kälte gut erträglich und das Segeln mit dem neuen Boot bereitete allen viel Freude. Das Hiddenseefahrwasser konnten wir dann bei wunderbarem Abendlicht durchsegeln und kurz vor Barhöft feierten wir die 100ste Seemeile auf dem neuen Schiff. Gegen Abend schlief der Wind dann wieder ein, aber wir konnten trotzdem noch mit der letzten Brise unter Segeln in der Citymarina anlegen. Nach 70 Seemeilen in 14 Stunden ließen wir den Samstagabend in einer Pizzeria ausklingen. 

Sonntagmorgen klingelte der Wecker glücklicherweise erst später; wollten wir doch erst durch die 12.20 Uhr-Brücke gehen, um ein wenig auszuschlafen und uns den Morgen über noch ein wenig dem Schiff zu widmen. Nach einem ausgiebigen Sonntagsfrühstück wurde das Boot innen und außen einer Beautykur unterzogen, einige Modifikationen wurden durchgeführt und Dank Lars Lifson konnte dem Motor noch ein großzügiger Schluck Kühlflüssigkeit verpasst werden. Nach Passage der Ziegelgrabenbrücke belohnte uns Rasmus mit traumhaftem Segelwetter: bei Sonne und 10 kn kreuzten wir den Strelasund herunter. Anscheinend hat das Boot doch einen Autopiloten eingebaut, denn es fuhr wie auf Schienen und am Steuer fühlte man sich schon fast überflüssig. Im Bodden wollten wir dann unbedingt noch den Gennaker ausprobieren und fuhren einen Bogen Richtung Ludwigsburg, um dann – bei leider schon wieder abnehmendem Wind – unter Gennaker in die dänische Wiek zu segeln. Dort wurden wir bereits von vielen Aktiven und ADAH auf der Mole erwartet, die das neue Boot empfingen und in Augenschein nahmen. 

 

Wir sind nach der Überführung jedenfalls sehr begeistert von unserer J92s und freuen uns schon auf die kommende (und viele weitere) Segelsaison(s) mit unserem neuen Vereinsboot.

Wir sagen Danke an unsere Shorecrew Thorsten, Johann und Lars, die uns mit Autos und Kühlmittel unterstützt haben; an den großen Vorstand, der während des ganzen Projektes hinter uns gestanden hat; an alle Vereinsmitglieder, die uns in vielerlei Hinsicht beraten haben, sowie an alle Spender und Sponsoren!

Eure AG „Neues Vereinsboot“ (Meike, Jonas, Philipp, Kai, Marie, Evi)

Erzähl doch mal! – Seereisenschnack im Großformat

Unter dem Motto „Erzähl doch mal!“ hatte die Kreuzer-Abteilung des DSV den Fahrtenwettbewerb 2018 ausgeschrieben. Ein Seereisenschnack im Großformat sozusagen. Neben Gold, Silber und Bronze in den Kategorien Hochsee, See, Küste, Binnen und Jugend werden jedes Jahr auch 9 Wander- und Sonderpreise vergeben.

88 Crews aus ganz Deutschland hatten Berichte über ihre Seereisen zur Bewertung eingereicht. Darunter auch unsere Studentenabteilung mit ihrem 3-wöchigen Urlaubstörn auf Thetis und Stubber. 474 Seemeilen legten unsere beiden Hiddensees mit insgesamt 13 Mitseglern in 4 Crews rund um das dänische Sjaeland zurück. Nach etlichen Jahren, in denen kein mehrwöchiger Törn zustande kam, ist es der langwierigen Planung und Beharrlichkeit von Marie, Jan und Kai zu verdanken, dass dieser Törn stattfinden konnte. Unsicher, ob unsere Seereise überhaupt in irgendeine der Kategorien passen würde, trug Marie nach der Rückkehr alle Daten, Bilder, Berichte und Logbucheinträge für den Wettbewerb zusammen. In die Bewertung fließen Planung, Durchführung, Sicherheitsmaßnahmen, Dokumentation, Nachbereitung und gute Seemannschaft mit ein.

Am 23.03.2019 hatte die Kreuzer-Abteilung nun zum Fahrtenseglerabend in den geschichtsträchtigen Bärensaal im Alten Stadthaus in Berlin geladen.

 

 

Der erste Teil des Abends widmete sich der Vergabe der Auszeichnungen in 5 Kategorien jeweils in Gold, Silber und Bronze. Hier wurde der ASV-Törn mit Bronze in der Kategorie Küste prämiert.

 

 

Nach dem hervorragenden Essen ging es dann an die Verleihung der Wander- und Sonderpreise. Auch hier gab es verschiedene Kategorien, u.a. einen Preis für die beste Familienreise, beste Reise mit Motorboot, beste Reise mit Boot unter 10m, beste Reise im Bereich Küste, beste Reise im Bereich Ostsee. Der Preis „Silberne Möwe“ für die beste Jugendreise wurde in diesem Jahr nicht vergeben, jedoch erhielt die Crew des ASVzG einen Jugend-Sonderpreis, den der Laudator folgendermaßen begründete:

„Eine gelungene Flotillenreise von Jugendlichen, eine tolle Idee, gute Vorbereitung, sichere Überlegungen unter Einbeziehung der Wettervorhersagen und der Bedürfnisse von „Newcomern“. Sicherlich mit dem Ergebnis: solche Reisen haben Suchtpotenzial!“

 

 

Und damit die Vitrine im Kommunikationsraum richtig voll wird, gab es noch einen dritten Preis für die angereisten Greifswalder: auch das Online-Wassersport-Magazin float vergab seinen Seglerpreis für den besten Törnbericht in der Kategorie Jugend an die Skipper des ASVzG.

 

 

Es war ein toller Abend in toller Location mit interessanten Menschen und spannenden Geschichten.

Ein großer Dank gilt dem ASV Berlin für die entgegengebrachte Gastfreundschaft.

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