Boddenetappen-Jubiläum verschoben auf 2021

 

Liebe Seglerinnen und Segler,

die Corona Pandemie und das damit bestehende Verbot von Großveranstaltungen bis Ende August machen auch für die 50. Boddenetappen keine Ausnahme. Das Organisationseam der Boddenetappen und der Akademische Seglerverein zu Greifswald als ausrichtender Verein hatten sich für die Jubiläumsveranstaltung viel vorgenommen. Unter den jetzigen Umständen ist die Veranstaltung jedoch nicht durchführbar und muss auf 2021 verschoben werden.

Wir hoffen euch dann alle auf der Regattabahn wieder zu sehen und freuen uns auf eine großartige Jubiläumsveranstaltung der 50. Greifswalder Boddenetappen im Jahr 2021.

Bis dahin bleibt gesund und trainiert fleißig weiter,

 

Annett Matthiessen                                                    Christian Zschiesche

Leiterin Orga Team                                                     Vorsitzender ASV

 

Wintersport der anderen Art – Segeltörn „Rund Rügen / Hiddensee“auf der SY Duyfken

Segeln in den kalten Monaten des Jahres ist trotz Erderwärmung doch noch eine Herausforderung und bedeutet Überwindung für den eigenen „Schweinehund“. Mit Temperaturen um die 8 Grad und kälter, die Nacht überwiegt noch von 17:50 bis 06:50 Uhr. Das Boot – eine Midget 20, ein kleiner Seekreuzer aus dem Jahre 1976, auf 6,10m ein beschränktes Raumwunder, als Oldtimer kein Renner, optisch knuffig und sehr seetüchtig – wie Rettungsboote eben seien müssen.

Die Windy-Wettervorhersage ließ erkennen, dass eine Rundung der Inseln im Uhrzeigersinn vom 13. bis 16. Februar 2020 zu machen geht. Wir zwei Segler vom ASV zu Greifswald wollten deshalb zügig die Sache hinter uns bringen, denn das nächste Sturmtief wurde ab Sonntag 00:00 Uhr schon wieder in windigsten Auswüchsen in aller medialen Breite angekündigt.

Wir zogen uns warm an und wirklich seefeste Klamotten darüber. In den Seesack packte jeder zwei Schlafsäcke, nahm noch eine dicke Decke für alle Fälle zusätzlich mit und zum Schlafen gab es eine Wollmütze obenauf. In den Häfen Barhöft und Glowe ist aller Service auch im Winter verfügbar, sodass wir uns dort für ein paar Stunden in die Koje verholen konnten. Körperhygiene wurde natürlich kleingeschrieben. Die Esserei aus Büchsen und Fertigprodukten könnte man als einseitig, sparsam, aber ausreichend, entsprechend bordeigener Möglichkeiten sogar noch von hohem Niveau bezeichnen.

Bis auf einige hochgestylte Anglerschnellboote, mit 150 PS Mercury – Außenbordmotoren im Doppelpack am Heck, war „Duyfken“ das einzige Segelboot auf dem Wasser, auch zur Öffnung der Ziegelgrabenbrücke in Stralsund und bis zur Zielankunft in Greifswald – Wieck.

Alles ging natürlich nach Plan. Halbwindkurs bis Barhöft, Vierendehlrinne bei stockdunkler Nacht, doch gute Sicht. Am Freitag legen wir 08:10 Uhr ab in Richtung Barhöfter Rinne, den ganzen Tag Sonnenschein und 0 – 1 Bft aus N. Das Eisensegel muß gestartet werden und arbeitet bis 2 sm nach Mövenort, dann segeln wir wieder mit aufkommenden Wind raumschots bis Kap Arkona. Sonnenuntergang etwa um 17:11 Uhr. Danach ein geschmeidiger Halbwindkurs mit Wind aus SW bis Glowe um 21:10 Uhr. Beim Blick in den Spiegel der Hafentoilette stelle ich fest – leichter Sonnenbrand im Gesicht !

Am Samstag klingelt 06:00 Uhr der Wecker im Handy und los geht`s mit einer Stulle und einem Pott Kaffee, 08:00 Uhr Ablegen.

Die Vorankündigung von Windy geht in Erfüllung, der Wind ist auf satte 4 Bft aus SSW aufgefrischt. Wir binden ein Reff ein, denn ab Kollickerort muß hoch an den Wind gegangen werden. Eine Kreuz steht uns bis Greifswald bevor und damit auch eine lange Nacht auf dem Wasser. Duyfken nimmt die Wellen so gelassen wie möglich. Nach einem langen Schlag in Richtung SO und Wende auf Stb-Bug geht es am Nachmittag vor Binz wieder auf Bb-Bug und entlang der Küste bis zum Nordperd. Die Sonne geht unter, der Wind frischt auf freundliche 5 Bft auf, wir können es gerade noch mit Reff 1 bestehen. Jetzt nur kein Stellnetz in der Dunkelheit einfangen – alles geht gut. Das Leuchtfeuer der Greifswalder Oie blinkt wie gewohnt kräftig und die Milchstraße ist am Himmel deutlich zu sehen. Wir kreuzen durchs Landtief und halten uns mit Hilfe der Navigation auf NV-Seekarten per Tablet mühelos und sicher frei von den unbeleuchteten Tonnen. Ab Elsagrund schaffen wir mit einem langen Schlag auf Stb – Bug fasst die Tonne Vierow und sehen auch bald die Ansteuerungstonne Greifswald. Wir bügeln durch bis knapp westlich der Bohrinseln und kreuzen bei stärker werdenden böigen Winden (d.h.: „Grüße vom Pastor“) in die Dänische Wiek. Am Sonntag um 05:50 Uhr passieren wir das Leuchtfeuer der Hafenmole von Wieck. Wir haben es geschafft. Aus rund 97sm idealer Strecke sind 118,7sm geloggte Strecke geworden. Wieder am Liegeplatz kommt mir nach diesem 24h-Arbeitstag so beiläufig der Spruch über die Lippen: Ich bin auf den Röhren ganz schön fertig !

Text: IBu

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